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Der erste Mottotag fing symbolgeladen an: Gefühlte 90 % der Schülerinnen und Schüler kamen mit dem Tretroller in die Schule. Ein Blick in Wikipedia verrät: Tretroller werden auch Trotinett, Trottinette oder Radelrutsch (in Süddeutschland) genannt. Darunter fällt auch die Untergattung der Wipproller. Interessant? Es geht.

Interessanter ist die Aussage einiger Schüler: Nö, wir sind nie mit dem Tretroller in die Grundschule gefahren. Warum also heute? Welche symbolische, philosophische, tiefenpsychologische oder auch politische Interpretation lässt sich mit diesem Verhalten verbinden? 

Ein Tretroller verdoppelt die Reisegeschwindigkeit, erhöht also die Mobilität dramatisch. Abitur - Mobilität? Alles klar! Das Treten wiederum ist tiefenpsychologisch interessant: Aggressionen ausagieren, Triebabfuhr? Nach 12 Jahren Schule? Natürlich! Auch politisch ist die Sache eindeutig: In einer nicht egalitären Gesellschaft nach unten treten und nach oben buckeln, die eindeutige Körperhaltung auf dem Roller! Aber philosophisch? Laut Hegel gibt es die Nicht-Identität von Wesen und Erscheinung: Die rollenden I-Dötzchen geben sich kindisch und doof, hinter der kichernden Fassade aber verstecken sich hochintellektuelle Beinahe-Studenten. Der Tretroller also als Camouflage-Objekt.

Wem diese pseudo-wissenschaftliche Als-Ob-Analyse zu blöd ist, der schaue sich stattdessen einfach die Fotos an - was zum selben Ergebnis führt... Und dieses kurze Video erklärt dann alles...

Bernd Woidtke