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Wie heißt es so schön in Köln: Alles, was mehr als zweimal stattfindet, ist Tradition. Insofern ist die Suchtpräventionswoche der Klassen 7 am Gymnasium Kerpen auch schon eine liebgewonnene Tradition.

Für etwa 250 Schülerinnen und Schüler unserer Schule bedeutete dies eine Woche projektorientierten Unterricht zum Thema Sucht mit dem Schwerpunkt Alkohol.

Das Konzept der Prophylaxewoche besteht aus sieben verschiedenen, aber sich ergänzenden Bausteinen:

1) Förderung der Klassengemeinschaft

In den Klassenleiterstunden wurden Übungen zur Klassengemeinschaft durchgeführt und die Verhaltensweisen der Schülerinnen und Schüler reflektiert. Diese Übungen erfolgten unter folgenden Zielsetzungen: Klassengemeinschaft, Stärkung des Selbstvertrauens, Verbesserung der Kommunikation und Umgang mit Gefühlen.

Die Leitung übernahmen die Klassenlehrerteams oder der Klassenlehrer und ein von den Schülerinnen und Schülern gewählter Vertrauenslehrer pro Klasse während der gesamten Woche.

Bei dem Erlebnisparcours, dessen Durchführung die Kollegin Frau Mehl übernommen hatte, sollten die Schülerinnen und Schüler im Klassenverband Übungen durchführen, die das Vertrauen zu den Mitschülern voraussetzten, und gemeinsam Aufgaben erledigen, die nur durch gute Zusammenarbeit zu erfüllen waren.

2) Informationen eines Kripobeamten des Kommissariats Vorbeugung

Während eines Blockes informierten sich die Schülerinnen und Schüler bei einem Kripobeamten. Ziel war es, den Schülerinnen und Schülern auch rechtliche Grundlagen im Zusammenhang mit dem Thema aufzuzeigen, das heißt darzustellen, welche juristischen Konsequenzen einem Sucht-Missbrauch folgen können.

3) Erfahrungsberichte von Mitarbeitern der Organisation „Pro Vita“

In einem Treffen mit ehemals Abhängigen der Organisation „Pro Vita“ konnten die Schülerinnen und Schüler erfahren, wie der Weg in eine Sucht und auch der Weg aus einer Sucht aussehen kann. Durch die Auseinandersetzung mit den Erfahrungsberichten der ehemals Abhängigen erfolgte ein direkter Kontakt mit diesem Thema, der an Glaubwürdigkeit wohl kaum zu überbieten ist, zumal die theoretische Ebene verlassen wird und das für die Schülerinnen und Schüler eher abstrakte Phänomen der Sucht ein Gesicht bekommt.

Auch dieses Treffen erfolgte im Klassenverband.

4) Suchtbrillenparcours

In Zusammenarbeit mit der Suchtberatungsstelle Hürth wurde ein Rauschbrillenparcours erstellt. Hier konnten die Schülerinnen und Schüler mit Hilfe sogenannter Rauschbrillen (Brillen, die einen Alkoholrausch simulieren) die Erfahrung machen, wie sehr ihr Reaktionsvermögen unter Alkoholeinfluss eingeschränkt ist. Geleitet wurde der Parcours von unserem Kollegen Herrn Endres, der von vier Schülerinnen und Schülern der Klasse 9.6 unterstützt wurde.

5) Das Alkoholquiz

Beim Suchtquiz, das mehrere Studienreferendare durchführten,  konnten die Schülerinnen und Schüler ihr Wissen zum Thema Alkohol anhand eines interaktiven Quiz der Drogenhilfe Köln überprüfen.

6) Infos zur Onlinesucht

Auch wenn der Schwerpunkt der Suchtprophylaxewoche das Thema Alkohol beinhaltet, haben wir als einen wichtigen Baustein seit zwei Jahren das Thema „Gefahrenpunkt Onlinesucht“ hinzugefügt. Unsere Schulsozialarbeiterin Frau Braun erarbeitete mit allen Klassen mögliche Gefahren des Internets von Spielsucht bis Cybermobbing.

7) Workshoptag „Hol dir den Kick woanders“

Am Freitag konnten die Schüler verschiedene Workshops wie z.B. Bogenschießen, Turmspringen, Trommeln usw. wählen, sodass sie zum einen erfahren konnten, dass man „einen Kick“ auch durch Sport oder andere Hobbys erreichen kann und auch, dass das „NEIN-SAGEN-KÖNNEN“ (beispielsweise der Sprung vom 10-Meter-Brett) eine innerliche Herausforderung bietet. Zum anderen lernten die Schülerinnen und Schüler innerhalb dieser Workshops verschiedene Formen der Freizeitgestaltung kennen.

Abschließend lässt sich an dieser Stelle sagen, dass die Schülerinnen und Schüler ein überwiegend positives Feedback gaben. Die Fotos, die wir in der Woche gemacht haben, bestätigen ebenfalls dieses positive Feedback.

Auffällig war die äußerst positive Einschätzung der Workshops, wobei die Funktion dieser Workshops innerhalb der Suchtpräventionswoche klar erkannt wurde. Ebenfalls wurde die Begegnung mit den Mitarbeitern von „Pro Vita“ als sehr gewinnbringend betrachtet.                                                                                                   

Zum Schluss dürfen wir uns bei allen, die zum Gelingen einer interessanten Woche beigetragen haben, herzlich bedanken.

Fotos

Annette Himpel und Markus Potes