Was soll das heissen 2019 07 09

Die Geschichte Was soll die $%&**!e aus der Sicht von Maximilia Musterfrau mit weiterführender Handlung

Hallo, ich bin Maximilia Musterfrau. Ich bin bereits 34 Jahre alt und ich liebe Tempeh. Ursprünglich arbeitete ich als feminines Dokumentenmuster in der BRD, jedoch habe ich diesen Job für eine lange Zeit vernachlässigt, da ich erfolgreich meinen Master of Science angestrebt habe, obwohl mir meine ursprüngliche Berufung finanzielle Unabhängigkeit gewährleistet hätte. Zu meinen Eigenschaften zählen, dass ich überzeugte Sozialistin bin. Mein Potenzial widmet sich dem intellektuell-forschendem Bereich. Auf die meisten wirke ich sehr raumeinnehmend und selbstbewusst, dies sehe ich nicht so. Ich wohne als wohlhabende Frau in einem primitiven Haus, aus dem ich vor Kurzen mein komplexes Alexa-System entfernt habe.

Es begab sich zu der Zeit des Silvesterfestes im Jahre 2015, meine Freundin Nickole Nickolename und ich waren gerade auf der Rückreise von einem Seminar für Dokumentenmusterprävention, welches sich vor allen Dingen mit den Risiken, die Jane Doe, ein feminines Dokumentenmuster der USA, mit sich bringt, beschäftigte. Da wir das neue Jahr lediglich mit den Kapazitäten, die eine ICE-Kabine hergibt, einweihen konnten, beschlossen wir, noch einen Abstecher zum Brandenburger Tor zu machen. Da es schon 6 Uhr war, waren die meisten Menschen schon verschwunden, alles was ihr Dasein bewies, waren die hinterlassenen Glasflaschen und Dosen. Einzelne Grüppchen ließen sich jedoch noch ausmachen. Ich und Nickole begutachteten eine Gruppe von Männern, die, wie mir schien, schon ziemlich viel getrunken hatten, gestützt auf die Tatsache, dass ihre Schnapsflaschen lediglich ein Dreißigstel ihres ursprünglichen Inhaltes beinhalteten.

– einen Tag später –

Da sich meine Schlafenszeit um etwa 8 Stunden verschoben hatte, stand ich am heutigen Tag erst gegen 16 Uhr auf. Als diese Uhrzeit mein Bewusstsein erreichte, fiel mir schlagartig ein, dass ich von Angela Merkel in den Fachausschuss eingeladen wurde, um mir eine Rede zur Gefahrenbekämpfung im Internet über die Risiken, die ein weiteres Dokumentenmuster der USA namens Fred Formman mit sich bringt, von einem gewissen Max Mustermann, von dem ich schon viel gehört hatte, und dessen Name auch womöglich am häufigsten als Mustername für Dokumente benutzt wird, anzuhören. Da ich gestern Abend keine Zeit mehr hatte, meine Waschmaschine zu bedienen, da dies in früheren Tagen noch meine Alexa übernommen hätte und ich mich noch in der Umgewöhnungsphase befinde, konnte ich heute nur ein uraltes weißes T-Shirt und, damit ich doch etwas formeller aussah, eine schwarze Anzugshose in meinem Kleiderschrank vorfinden. Ich ging noch in der Druckerei vorbei, um meine Visitenkarten und Flyer abzuholen, deren Aufschriften für mehr Rechte für feminine Dokumentenmuster appellierten.

Ich empfing die Bahn pünktlich um 11 nach und setzte mich auf einen freien Platz. Als sich die Bahn langsam füllte, verteilte ich ein paar Flyer. Ich musste aufpassen, eine Haltestelle vor der eigentlichen Haltestelle auszusteigen, damit ich mir beim Edeka noch ein Italia Blätterteiggebäck Giacomo kaufen konnte, das nur noch heute um einen Euro reduziert war. Als ich dann in größter Eile ankam, um mir die Rede anzuhören, war die Enttäuschung größer, als der Aufwand mit einer Tasche, 500g Flyern und einem Italia Blätterteiggebäck Giacomo in der Hand einen Kilometer in überdurchschnittlicher Fußgängergeschwindigkeit zu laufen; Max Mustermann erschien nicht zu seinem Vortrag. Ich setzte mich auf eine Parkbank und schaute auf mein Handy. Umgehend in diesem Moment rief mich eine mir unbekannte Nummer an. Max Mustermann war am Apparat. Er begann mit der Behauptung, meinen Ausweis in der U-Bahn vorgefunden zu haben, deren Wahrscheinlichkeit sich nach einem Blick in mein Portemonnaie vergrößerte. Wir vereinbarten, uns in zwei Stunden am Alexanderplatz zu treffen. Ich öffnete die DB-Navigator-App und machte die nächste Bahn ausfindig. Innerhalb von zwei Minuten war ich in der U-Bahn. Ich erschien eine halbe Stunde früher am Alex und setzte mich erneut auf eine Bank. Ich beobachtete eine kleine Gruppe von Greenpeace-Mitstreitern. Sie verteilten irgendwelche Zettel. Eigentlich bin ich eher eine Person, die sich an derart diverse Stände stellt und sich informieren lässt und mit einer Hand voll Zettel nach Hause geht. Aber dieses Mal versuchte ich zu überlegen, wie mir der Ausweis abhandengekommen sein könnte. Mir fiel keine logische Erklärung ein und ich entschloss mich dazu, Max Mustermann in die Google Suchleiste einzugeben, um den Herrn nachher auch erkennen zu können. Nachdem ich jedoch keine realistischen Bilder finden konnte, fiel mir ein, dass wir Dokumentenmuster aus etlichen Gründen unter einer strengen Anonymität leben. Als ich dann nach geraumer Zeit einen Mann sah, der nach einem typischen Max Mustermann aussah, bewegte ich mich langsam in seine Richtung. Ich stellte mich lediglich vor ihn und wartete auf eine Reaktion, da ich ja nicht wusste, ob es sich wirklich um Max Mustermann handelte. Er musterte mich von unten nach oben und starrte mich bestimmt eine Minute lang an. Das reichte mir als Reaktion, um zu wissen, dass es Max Mustermann war. „Wo ist mein Ausweis?“ fragte ich ein bisschen patzig, da ich noch verärgert war. Schließlich ist es seine Schuld, dass ich meinen Ausweis verloren habe, da ich mich ja schließlich zu seiner, wie sich später herausstellte, nicht vorhandenen Anwesenheit in die U-Bahn begeben hatte. Ich wollte jedoch nicht so rüberkommen und fragte höflich: „Wären sie so freundlich und würden ihn mir geben?" Er kramte in einer Eastpak-Bauchtasche herum. Er widmete sich seinem Handy und behauptete, dass gerade ein Pikachu erschien. Die Gelegenheit wollte ich mir des Events wegen natürlich nicht entgehen lassen. Ein Lächeln konnte ich mir nicht verkneifen. Wir hielten ein bisschen Smalltalk über unsere Statistiken. „Ähhm Frau Musterfrau? Mir ist gerade aufgefallen, dass sich ihr Ausweis nicht da befindet, wo er sich befinden sollte.“ Als ich das hörte, verschwand mein Lächeln und ich blickte von meinem Bildschirm auf. „Wollen sie damit etwa Anspielungen darauf machen, dass sie meinen Personalausweis VERLOREN haben?“ fragte ich. Er machte ein nachdenkliches und zugleich unschuldiges Gesicht. Als hätte die Tatsache, dass er meinen Personalausweis verloren hatte, nicht schon genügt, fügte er noch ein „im Endeffekt haben sie ihn doch verloren oder?“ hinzu. Natürlich hatte er damit Recht, aber trotzdem hätte ich ihn ja, wie gesagt, nicht verloren, wenn ich mich nicht zu seiner versäumten Rede hätte begeben müssen. Ich hatte genug von diesen Leuten, die das Wort „Entschuldigung“ oder Ähnliches nicht über die Lippen bekommen. Ich drehte mich, um zu gehen, doch dann rief er völlig unerwartet „Haben sie Lust, mit mir ein Fair Trade Ben&Jerry´s Eis beim Kiosk an der Ecke essen zu gehen?“ Ich wollte sichergehen, dass ich ihn richtig verstanden hatte und fragte „WAS SOLL DAS HEIßEN?“ Er sah erschrocken aus. „Jetzt?“ fragte ich, um zu signalisieren, dass ich ihm die Sache doch nicht so übel nahm und offen dafür war, ein Fair Trade Ben&Jerry´s Eis beim Kiosk an der Ecke essen zu gehen. „Wie?“ fragte er. „Was wie.“ sagte ich. „Sie haben mich gefragt, was die Sche!§e soll.“ „Ich habe Sie gefragt, was das heißen soll.“ Meine nicht gerade ausgeprägte Menschenkenntnis reichte aus, um etwas Erleichterung in seiner Miene auszumachen.

Max Mustermann erzählte mir von den Inhalten seiner Rede und ich musste sagen, dass es das erste Mal war, dass er wirklich wusste, welche Bedrohung das Dokumentenmuster, Fred Formman für uns ist. Fred Formman hatte eine geheime Propaganda gestartet, welche besagte, dass es nur ein Dokumentenmuster, namens Fred Formman geben muss, das in allen Ländern angewendet wird. Das würde zum einen dazu führen, dass es zu einer Dokumentenmuster-Diktatur-Politik kommen würde, und zum anderen würde es zu einer verheerenden Arbeitslosigkeit kommen und er würde einen Haufen an Geld und Macht erlangen.

Das konnten wir nicht zulassen.

Gemeinsam beschlossen wir, gegen Fred Formman vorzugehen.

Nike van Son (9.1)