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Vom 27.01.2020 bis zum 28.01.2020 nahmen 15 SchülerInnen der gymnasialen Oberstufe freiwillig und über den Unterricht hinaus an einem Konfliktplanspiel zur internationalen Sicherheitspolitik der Vereinten Nationen (UN) teil.

In Syrien gibt es verschiedene, bis heute andauernde Konflikte, die die Gesamtsituation so undurchdringlich erscheinen lassen. Der sogenannte Islamische Staat (ISIS) beanspruchte 2014 weite Gebiete für sich, die kurdisch-ethnische Gruppierung YPG kämpfte in Syrien, im Nordirak befanden sich gemäßigte Kurden, die Freie Syrische Armee bekämpfte das Assad-Regime, dem wiederum regimegetreue Streitkräfte zur Verfügung standen. Dabei nahmen die Teilnehmer die Interessen der am Konflikt beteiligten Nationen ein.

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Welchen Weg die Teilnehmer in ihren jeweiligen Regierungen wählten, blieb ihnen überlassen. Ziel der Simulation war es, tieferes Verständnis für den Konflikt in Syrien und dessen historischen Gründe zu erarbeiten sowie die Positionen der unterschiedlichen Machthaber zu verstehen und präsentieren zu können. Wie auch immer sich die Teilnehmer dem Problem näherten (diplomatisch, zurückhaltend, militärisch, altruistisch etc.), am Ende stand eine auswertbare Positionierung der Teilnehmer, die die Bedeutung der Vereinten Nationen veranschaulichen und Probleme in der Entscheidungsfindung anhand des institutionellen Aufbaus simulieren konnte.

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Das durchgeführte Konfliktplanspiel zum Syrienkonflikt stellt eine fokussierte Variante der Simulation Pol&IS dar, die ursprünglich von Prof. Wolfgang Leidhold von der Universität Erlangen entwickelt wurde, um Weltpolitik im Rahmen der Vereinten Nationen zu veranschaulichen. Ausgehend von einer vorgegebenen politischen Situation werden die TeilnehmerInnen politisch und wirtschaftlich aktiv. Die Handlungsoptionen ergeben sich dabei aus den Interessen ihrer Nation und Rolle. Durch einen Aufbau in Phasen und klaren Aufgabentrennungen wird in vereinfachter Weise der politische, wirtschaftliche und militärische Aufbau der Welt nachgestellt. Als Spielleiter betreuen zwei Jugendoffiziere sowie eine Lehrkraft die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in ihren Rollen. Die Simulation erhebt den Anspruch Politik erfahrbar zu machen. Es zeigt auf, welche regionalen und globalen Folgen „falsches Handeln“ auslösen kann. Grundlage ist die Übernahme der jeweiligen Rollenidentität. Mit den dort gewonnenen Erfahrungen kann die Komplexität aktueller politischer Krisen besser durchdrungen werden. Die Bedeutung nachhaltiger und umfassender Sicherheitspolitik wird deutlich. Die Simulation vereint dabei den Erwerb fachlichen Wissens im Hinblick auf die curricularen Vorgaben in der Qualifikationsphase zum Thema Internationale Friedens- & Sicherheitspolitik mit einer Schulung strategischer, rhetorischer und kreativer Fähigkeiten.

Arne Janssen