“We are happy to have you here“ – mit diesen warmen Worten wurden wir am Montag Morgen von der Schulleiterin des Gymnasiums in Jamilena begrüßt. Aber zunächst ein kleiner Rückblick auf unsere gestrige Anreise: Geplant war ursprünglich, von Köln/Bonn nach Malaga zu fliegen. So weit so gut. Beim Landeanflug auf Malaga wurde aber deutlich, dass die Stadt unter einer sehr dichten Nebeldecke lag. Der Flieger fing an, über Malaga (gefühlt endlose) Kreise zu drehen. “Dear passengers, this is the captain speaking, as you can see the weather is quite foggy here, that’s why – as you may have noticed – we are just running in circles until the fog will have disappeared.”
Ja (!), wir hatten bemerkt, dass das Flugzeug Kreise drehte, und in meiner jugendlichen Unbekümmertheit (zugegeben: ich bin kein Pilot) dachte ich noch: na ja, das kann ja eine Weile dauern, bis der Nebel sich verzogen hat. Was er dann auch nicht tat. Und so entschied sich der Pilot nach etwa einer Stunde, den Airport in Granada anzusteuern. Dort gelandet, durften wir die Maschine nicht verlassen: der Captain wollte zunächst Rücksprache mit Ryan Air halten, um zu einer endgültigen Entscheidung zu kommen. Zur Wahl standen zwei Optionen:
a) In Granada aussteigen und mit Bussen zurück nach Malaga fahren, oder
b) Mit allen Passagieren zurück nach Malaga fliegen – in der Hoffnung, dem dichten Nebel ein Schnippchen zu schlagen.
Irgendwann durften wir die Maschine verlassen. Mit Nebel lässt sich nicht diskutieren. Mittlerweile war es 12:00; am Köln/Bonner Flughafen hatten wir uns morgens um 4:30 (!) getroffen. Dann dauerte es noch einmal etwa zwei Stunden, bis unser Gepäck endlich bereit stand.
14:00 mittlerweile, und ich dachte noch: ist der Nebel über Kontinentaleuropa vielleicht Boris Johnsons Rache dafür, dass wir in einem Volksentscheid beschlossen hatten, die Briten in der EU nicht mehr mitspielen zu lassen? Vielleicht bringe ich an dieser Stelle einiges durcheinander ;).
Auf jeden Fall kann Europa mitunter ganz schön kompliziert sein: Der Bus, der uns von Granada nach Malaga fahren sollte (um dort in einen anderen Bus zu steigen, der uns dann nach Jaén, dem Schlusspunkt unserer Reise, befördern würde), war natürlich mittlerweile weg. Und es würde auch kein weiterer Bus mehr kommen, erfuhren wir. Also blieb nur die Taxivariante. Eher gesagt: Die Drei-Taxis-Konvoi-Variante. 15:30 inzwischen. Vom Busbahnhof aus ging es dann zu unserem eigentlichen Zielort: Jaén im wunderschönen Andalusien. Vom Busfenster aus genossen wir den Blick auf die beeindruckende staubige und zugleich saftig-grüne Landschaft. Und irgendwann wurde es ganz still im Reisebus, und wir schliefen alle ein.
17:00 – mission completed. Unglaublich, was man als Lehrer/in nicht alles für Europa tut! Der Rest des Tages ist relativ schnell erzählt: einchecken, frisch machen, essen gehen und ins Bett fallen.
“We are happy to have you here“ – Montag morgen, kurz nach 8:00. In unserer Partnerschule (IES Sierra de la Grana in Jamilena, einige Kilometer von Jaén entfernt) erfuhren wir viel über das Schulprogramm dieser Schule: Soziales Engagement wird hier sehr groß geschrieben. Es gibt z. B. regelmäßig einen Day of peace und einen Day against homophobia. I like! In jedem Schuljahr unternehmen die Schülerinnen im Sommer Trips in die Berge, um dort zu wandern, zu klettern und in Zelten zu übernachten.
Da unser Erasmus+ Projekt u.a. Ziele wie die Schulung von ICT-Fertigkeiten umfasst, stellten unsere Kerpener Schülerinnen mit digitaler Unterstützung interessante Fakten über das Europagymnasium Kerpen, die Kommune Kerpen und die Stadt Köln vor. Anschließend wurde das Wissen der Zuhörer mit Hilfe des Tools Kahoot! überprüft.
Und zum Abschluss die Frage des Tages: Bitte schätzt, wie viele Schülerinnen an unserer spanischen Partnerschule in Jamilena unterrichtet werden! Die Auflösung gibt’s im Reisebericht Teil 2, der in Kürze folgt. Kleiner Tipp: an der IES Sierra de la Grana unterrichten insgesamt 20 Lehrerinnen. See you soon!
Oliver Strucken-Bathke für das Erasmus+ Team, 17.02.2020
