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Wir schreiben das Jahr 2019 – der EF-Religionskurs von Kerstin Schulz-Ahrens beschäftigt sich im Zusammenhang mit dem Unterrichtsvorhaben „Orientierung finden - Wie wir verantwortlich handeln können“ mit dem Thema Organspende. Ein Problem, das auch im Klassenverband für hitzige Diskussionen sorgt. Und so entscheidet sich der Kurs kurz vor den Sommerferien dazu, doch einmal den Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit der BItte anzuschreiben, ob er nicht für eine Diskussions-/Fragerunde an das Europagymnasium nach Kerpen kommen würde. Womit zu diesem Zeitpunkt vermutlich keiner rechnet – Jens Spahn sagt tatsächlich zu und stellt sich am 17.02.2020 eine Stunde lang in der öffentlichen Bibliothek im Europagymnasium Kerpen den Fragen der ca. 60 OberstufenschülerInnen.

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Organisiert wurde die Frage-/Diskussionsrunde von SchülerInnen des Religionskurses von Kerstin Schulz-Ahrens sowie dem Sozialwissenschafts-Leistungskurs von Ulrike Lentzen-Burmester. Gesprochen wurde über die Gefahr von Fehldiagnosen im Zusammenhang mit Organspenden, über die Widerspruchslösung, über die Frage, ob Personen, die selber Organspender sind, ein Vorrecht auf Organe haben sollten, über das Problem, dass Deutschland zwar selber nicht die Widerspruchslösung einführen möchte, aber dennoch Empfänger von vielen Organen ist, die aus Ländern stammen, in denen die Widerspruchslösung bereits besteht. Und vieles vieles mehr. Doch die kritischen Fragen der SchülerInnen gingen über das Thema Organspende weit hinaus. So wurde zudem beispielsweise die Legalisierung von Cannabis thematisiert, das problematische Wahlergebnis in Thüringen angesprochen oder der Gesetzesentwurf für die Blutspende von Homosexuellen kritisch hinterfragt. Und die Vielzahl an Fragen sowie das aufmerksame Zuhören zeigten deutlich, wie groß das Interesse von Seiten der Schülerschaft war.

Jens Spahn stand den SchülerInnen Rede und Antwort. Er ließ sich auf die Fragen ein, nahm ihre Interessen ernst, antwortete stets auf Augenhöhe und nahm sich ausreichend Zeit zur Beantwortung der Fragen. So blieb bis auf die Frage, wer Nachfolger von Annegret Kramp-Karrenbauer in der CDU werde soll, kein Anliegen unkommentiert. Der Gesundheitsminister wollte sich an der Stelle nicht äußern, obschon er als einer der möglichen Kandidaten gilt.

Ein Besuch, den alle Anwesenden so schnell wohl nicht vergessen werden.

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Wir danken Jens Spahn ganz herzlich für sein Kommen und seine Bereitschaft, mit den SchülerInnen in den Dialog zu treten. Einen herzlichen Dank auch an die Organisatorinnen Kerstin Schulz-Ahrens und Ulrike Lentzen-Burmester sowie an alle mitwirkenden SchülerInnen. Ein weiteres Dankeschön geht an die Schulleitung, die diesen Termin erst ermöglicht hat, das Bibliotheksteam, den Bürgermeister der Kolpingstadt Kerpen Dieter Spürck sowie den Kerpener Bundestagsabgeordneten Dr. Georg Kippels.

Judith Noppeney