Leonie Spanien 01 03 2021

Ich bin Leonie, habe im Jahr 2020 mein Abitur am Europagymnasium Kerpen gemacht und arbeite seit September letzten Jahres als Au Pair in Pamplona (Spanien). Ich lebe in einer spanischen Gastfamilie, die mir mittlerweile sehr stark ans Herz gewachsen ist, und kümmere mich unter der Woche um deren einjähriges Kind.

Was mich zu dieser Entscheidung bewegt, inwiefern die Belegung des Spanisch Leistungskurses eine Rolle gespielt hat und was ich bereits aus meiner Auslandszeit mitgenommen habe, möchte ich euch jetzt erzählen.

Für mich stand ziemlich lange der Gedanke fest: Nach dem Abi möchte ich ein Jahr im Ausland verbringen. Nach 12 Jahren Schule und 18 Jahren angenehmen Wohnen bei meinen Eltern, wollte ich etwas ganz Neues ausprobieren, mich bewusst alleine vor Herausforderungen des Lebens stellen und herausfinden, welcher Mensch ich außerhalb meiner Komfortzone bin bzw. sein möchte. Durch die Teilnahme an mehreren Schüleraustauschen in meiner Schulzeit habe ich das Konzept kultureller Austausch, welches aus meiner Sicht viele Bereicherungen mit sich bringt, kennengelernt. Entwicklung eines besseren, kulturübergreifenden Verständnisses für andere Menschen, stärkere Wertschätzung des Privilegs bzw. der Rolle von Sprache und Kommunikation, Erleben von eigenverantwortlichem Handeln und Schließen von neuen Freundschaften fürs Leben sind ein paar Beispiele dafür, auf welche Art ich von diesen Erfahrungen profitieren durfte.

Da ich mich mehrere Jahre in der Kinderabteilung eines Sportvereines und in der OGS meiner alten Grundschule engagiert habe, hat die Idee des Au Pair-Seins - Arbeit mit Kindern + Leben in Gastfamilie im Ausland - perfekt gepasst.

Aber woher kommt meine Begeisterung für Spanien? Ich hatte schon immer Interesse an dem Erlernen von Fremdsprachen und war neugierig darauf, Einblicke in hinter der Sprache stehende Welten zu bekommen. In 8. Klasse habe ich mich entschieden, Spanisch zu lernen und hatte das Glück, ein Jahr später mit meinem Kurs an einem neu ins Leben gerufenen Schüleraustausch, der ganz „unmodern“ durch Briefkontakt mit einer spanischen Partnerklasse in Yecla begann, teilzunehmen. Ich erinnere mich an die dort gemachten Erfahrungen immer sehr positiv und habe meine Austauschschülerin und ihre Familie in den folgenden Jahren sogar zweimal privat besucht. Das Leben in einer Gastfamilie ermöglicht fremde Kulturen, auf eine sehr persönliche und direkte Weise kennenzulernen und mich hat die lebendige und offene Mentalität der Spanier inspiriert.

Über die Entscheidung, Spanisch als Leistungskurs zu wählen, bin ich sehr froh. Im Unterricht habe ich nicht nur meine Sprachkenntnisse verbessern können und war dadurch z.B. von Anfang meiner Au Pair Zeit an in der Lage, Gespräche mit Spaniern zu führen, sondern habe auch Inhalte gelernt, die mich persönlich interessieren und zum Nachdenken angeregt haben, so etwa die Auseinandersetzung mit globalen Herausforderungen. Ein Höhepunkt meiner LK-Zeit war eine Studienreise nach Barcelona, auf der wir auch als Kurs noch stärker zusammengewachsen sind.

In meinem Auslandsjahr lerne ich tagtäglich Neues dazu, seien es sprachliche oder persönliche Fähigkeiten und Kompetenzen. Meine Grundschullehrerin hat immer gesagt: „Man lernt nie aus“. Jedoch haben mich (besonders) die zwei Jahre Leistungskurs gut auf meine Auslandszeit in Spanien vorbereitet, mir wichtige Grundkenntnisse mitgegeben, so dass ich dankbar bin, dass mir auf diese Art und Weise, die Türen der spanischen Kultur geöffnet wurden.

Abschließend möchte jeden ermutigen, seine persönlichen Ziele und Wünsche im Leben zu verfolgen, so viele Ängste und Sorgen dabei mitschwingen mögen. Ich habe in letzter Zeit immer wieder gelernt: Herausforderung im Leben sind dazu da, sie zu bewältigen, daraus zu lernen und an ihnen zu wachsen.

Leonie Verse