Daphie 2019 20 09

Eine Prüfung besonderer Art kurz vor den Schulferien? Freiwillig mit Spaß? Ja, das gibt es und zwar an unserer Schule. Die Prüfungskandidatin war keine geringere als Daphne, unsere Schulhündin. Daphne ist nun fertig ausgebildete Therapiehündin.

Was muss ein Hund können, um als Therapiehund eingesetzt werden zu können? Zu allererst muss er gesund sein und sehr wesensfest, er muss eine umfassende Ausbildung genossen haben und muss eine gesunde Bindung zum Hundeführer aufweisen. Therapiehunde finden ihren Einsatz bei gezielten tiergestützten medizinischen Behandlungen, wie beispielsweise in der Ergo-, Physio-, und Sprachtherapie. In der Schule können solche Hunde zur Verbesserung sozialer Kontakte zwischen SchülerInnen oder auch zur Beruhigung von sehr aktiven SchülerInnen eingesetzt werden. Nachgewiesen ist eine blutdrucksenkende Wirkung bei „Patienten“, wenn ein Therapiehund anwesend ist.

Interessant zu wissen ist auch, dass ein Therapiehund festgeschriebene Arbeitsbelastungen hat. Die maximale Arbeitsauslastung beträgt pro Tag maximal 45 Minuten und maximal dreimal in einer Woche. Da kann man schon einmal auf den Gedanken kommen: Ach wäre ich doch ein Hund! Berücksichtigen sollte man dabei aber, dass die Arbeit eines Hundes in einer lebhaften und etwas lauteren Klasse sehr anstrengend für ein Tier ist und das empfinden nicht nur Hunde sondern auch SchülerInnen und LehrerInnen in gleicher Weise.

Wer sich nun fragt, was die Anwesenheit von Daphne in unserem Schulalltag verändert, der muss sich nur einmal eine Zeit lang im Sekretariat aufhalten und beobachten, was passiert, wenn unser Schulhund dort umherläuft. Da kommt eine Schülerin oder ein Schüler aufgewühlt und verärgert ins Sekretariat, weil gerade etwas Unschönes passiert ist und dem daraus entstandenen Ärger ein Ventil geboten werden muss. Dann kommt Daphne langsam und friedlich auf einen zu und schaut einen mit ihren klaren, dunklen Augen vielsagend an. Sie ist gut gelaunt und möchte kurz einmal gestreichelt werden, ohne dabei aufdringlich zu wirken. Bereits nach wenigen Augenblicken ist der Ärger schon nur noch halb so schlimm und das Erlebte kann mit etwas größerer Distanz betrachten. Dasselbe geschieht, wenn man sich eine kleinere Verletzung zugezogen hat und auf den Stühlen im Sekretariat auf die Abholung durch die Eltern wartet. Daphne ist da und kümmert sich um einen, lenkt ab und animiert, vielleicht zu einem kurzen Spiel mit einem ihrer Spielsachen, die sie auffordernd aber immer ruhig und besonnen herbeischleppt. Die Verletzung ist nicht verschwunden, aber sie hat nach kurzer Zeit vielleicht schon einiges an Heftigkeit verloren. Zusätzlich besucht Daphne mit Begleitung immer wieder einzelne Klassen, um dort die sozialen Bindungen zu optimieren oder einzelnen SchülerInnen bei Problemen zu helfen. Nicht zuletzte kommt sie natürlich auch manchmal im Biologieunterricht zum Einsatz.

Eigentlich können wir uns ein Schulleben ohne unsere Schulhündin gar nicht mehr so richtig vorstellen.

Wir gratulieren Daphne zur bestandenen Prüfung und wünschen ihr angenehme Arbeitstage.

M. Spieler